Tipps und Tricks
Florian Wolper und Meinrad J. Tomann
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Achat
Der
Achat eines Glättkolbens sollte gleichmäßig abgerundet sein und dennoch
eine breite gerade Linie aufweisen. Ist der Achat nicht gut geschliffen,
bilden sich beim Glätten sichtbare Streifen.
Bevor man den Glättkolben verwendet, sollte man den Übergang der Achathalterung und dem Glättstein mit einem Selbstklebeband überkleben. Durch den Druck beim Glätten lösen sich oftmals sehr kleine Fragmente aus der Halterung, die auf den Schnitt rieseln und ihn sofort zerkratzen. (Dies gilt auch für neue Glättkolben)
Aluminiumschnitt
"Aluminium wird mit Gelatinelösung - eine Tafel in ein Viertelliter Wasser - aufgetragen." (P. Adam, Praktische Arbeiten http://www.ocist.com/Buchbinden/bibliogr.htm : Seite 58)
Anfasern (von Hand)
Weiche eine Hanfschnur
die den ganzen Fehlstellenbereich umfasst im Wasser ein;
Gieße die Fasern
zwischen die Schnur bis die Dicke erreicht ist;
Hebe mit der Pinzette
die Papierkante ganz wenig an und stopfe
einige Fasern unter die Kante,
auf diese Weise liegt der Faserstoff auf beiden Seiten und somit
hält die angefaserte Stelle viel besser;
Arbeitest Du auf dem
Niederdrucktisch oder der Saugscheibe kannst Du nun den Sog einstellen;
Ansonsten arbeite mit dem "Blitz- Fix" - Schwamm oder mit Löschkarton um das Wasser abzusaugen;
Aufhellen von Leder
Vor allem im 18. und 19. Jahrhundert sehr
beliebt.
Helle vegetabil gegerbte Kalbsleder kann man durch mehrmaliges
Überstreichen des Leders mit verdünnter Schwefel- oder Salpetersäure
aufhellen.
Teilweise wurden sie noch zusätzlich
gesprenkelt.
Der pH-Wert solcher Leder ist oft unter 3 (schädlich für Papier und
Leder).
Bei solchen Bänden ist durch den tiefen pH-Wert oft das Papier der Spiegel brüchig geworden.
Auftrag einer schmalen Kleisterlinie aufs Papier
Belade ein flaches
Papier- oder Kartonschiffchen mit Kleister;
Fahre mit dem Schiffchen
entlang der Tischkante und bringe mit dem Daumen der anderen Hand
etwas Kleister auf das Objekt, dadurch bildet sich eine schmale
Kleisterlinie;
Die Breite der Kleisterlinie kann mit dem Schiffchen gesteuert werden;
Ausschärfen
Das Schärfmesser muss
schartenfrei und gut geschliffen sein;
Wichtig ist, das Messer
während des Schneidens leicht seitlich zur Schnittkante zu bewegen, um so
eine Schneidbewegung zu erzeugen.
Wird das Messer nur über das Leder geschoben, bzw. wenn man das Leder nur abschabt, wird die Klinge recht schnell stumpf.
Bambusspatel
Das zu bearbeitende Bambusstück ausdünnen und gegen Ende dieser Arbeit
den Bambus im Wasser einweichen und quellen lassen, er lässt sich so
besser bearbeiten;
Danach ein Ende schräg abschneiden oder sägen;
Vor jeder Verwendung leicht auf einem Schmirgelpapier schärfen (je nach
Verwendungszweck);
Dieser Spatel eignet sich besonders gut, um Papiere von einander abzulösen
Batonet
Man schneidet einen Japanpapierstreifen. Je breiter der Streifen,
desto dicker das Batonet;
Den Japanpapierstreifen bestreicht man mit etwas Kleister;
Auf die Kante des Streifens klebt man einen Heftfaden – die Stärke
hängt von der
gewünschten
Stärke des Batonets ab.
Mit einem Stück starker und gerader Pappe wird der Faden in den
Papierstreifen eingerollt. Dabei sollte man
beachten, dass die Pappe den Papierstreifen bzw. den Kleister nicht berührt, da
sonst der Streifen an der Pappe kleben bleibt. Vorgang: die Pappe auf den Faden
pressen und nach vorne schieben, so dass der Faden rollt. Da der festgeklebt ist,
wird er sich in das Papier einwickeln.
Sollte das Batonet unregelmäßig erscheinen,
einfach nochmals mit der Pappe wickeln.
Benetzbarkeitstest für Papier
Tauche das Papier ins Wasser ein, nimm es wieder heraus und besprühe es
mit Ethanol;
Gibt es dabei Flecken (hellere und dunklere Stellen) ist dies ein Indiz
für eine schlechte Benetzbarkeit des Papiers.
Bei solchen Papieren sollte dem Waschen zwingend ein Bad in Wasser / Ethanol 7: 3 vorangehen, das Waschresultat ist dadurch besser.
Bestimmung
von Pergament
Die Einrollrichtung von gefeuchtetem Pergament ist ein Hinweis für die Haarseite, man stelle sich als Form einen Suppenteller vor, die Innenseite des Tellers ist die Haarseite des Pergamentes. Weitere Unterscheidungsmerkmale sind die Farbe (Fleischseite weißlich, Haarseite gelblich bis grau) und die Struktur (Haarseite oft mit Narben, Fleischseite ohne Narben).
Blindprägung
Im
Mittelalter bestand diese Verzierungsform. neben dem Lederschnitt, oft griff
auch eines in das andere über. Besonderes Anwendungsgebiet waren die weißen
oder hellbraunen Schweinslederbucheinbände der Renaissance. Hier entfaltete
sich die Blindprägung zu einer Hochblüte in Kombinationen von Stempeln,
Rollstempeln und auch größeren Platten.
Bevor
man einen Einband mit einer Blindprägung versieht, sollte man das Leder auf
Prägbarkeit testen, oftmals ist es nicht
nötig, das Leder anzufeuchten. Außerdem kann man sich auf die benötigte
Temperatur einstellen.
Das Leder
leicht und gleichmäßig feuchten.
Den Stempel über einer Flamme handwarm erwärmen (die Temperatur hängt vom Leder und der Feuchtigkeit des Leders ab). Nachprägen ist kein Problem, wenn der Stempel jedoch zu heiß ist, verbrennt das Leder (besonders wenn es feucht ist). Achtung bei frisch überzogenen Decken, sie sind von innen her feucht, das Leder ist dann besonders empfindlich.
Mit dem Stempel
etwas Wachs von einem Wachskissen aufnehmen. Geheimtip: Wachs mit Hirschtalg
mischen, gibt besonders schönen Farbton.
Überschüssiges
Wachs auf einem Lederrest abwischen
Prägen und sooft nachprägen bis die gewünschte Färbung und Tiefe erreicht ist.
Blutalbumin
Blutalbumin eignet sich als Bindemittel durch seinen hohen Proteingehalt. Als Rohstoff eignet sich das Blut aller Wirbeltiere. In unseren Breiten wurde meist Rinderblut verwendet. Es gibt drei Sorten Blutalbumin:
1. Serumalbumin
2. Hellalbumin
3. Schwarzalbumin
Verwendung fand Blutalbumin als Anschießwasser beim Vergolder insbesondere das Serumalbumin für Buchbindervergoldungen, weiter als Appretur bei Billigstoffen sowie in der Lederindustrie als Lackleder und in der Papierindustrie um hochglänzende Papiere herzustellen.
Blutflecken
entfernen
Chrompoliturleder
Die Hautseite eines
Ledernutzens wird auf einer Pappe aufgeklebt. Auf die
Fleischseite des Leders trägt man Chrompolitur auf.
Frisch aufgetragene Chrompolitur eignet sich am besten, um eine Klinge zu schärfen. Um das Austrocknen der Chrompolitur zu verlangsamen, kann man einen Deckel, der mit einer Folie beklebt ist, auf das Leder auflegen.
Ecken
mit Leder unterziehen
Die Pappschichten werden
neu verklebt (gegautschte Pappen mit Kleister,
gepresst Pappen ab ca. 1800 mit Heißleim);
Die Kante des Deckels
wird mit Pappfasern, die man selber durch Abfeilen herstellt und Klebstoff (Kleister
oder Kleister / MC oder Kleister / Kunstharz) aufmodelliert, trocknen lassen;
Das originale Leder wird
entlang der inneren und der äußeren Deckelkante
aufgeschnitten und nach hinten geklappt;
Die Einschläge werden
hochgeklappt und das Leder auf der Deckelaußenseite im
Bereich der Fehlstelle;
Neues Leder ganzflächig
sehr dünn ausschärfen und unterziehen;
Originales Leder ausschleifen und niederkleben; nun sollte das neue und das alte Leder miteinander auf einer Ebene liegen;
Einledern:
originales auf neues Leder:
Die Übergänge vom originalen zum neue Leder werden, wenn der Kleister etwas abgetrocknet hat mit einem Hammer von 50 g (Kanten abrunden!), durch eine ziehende Bewegung gegen sich, niedergeschlagen um allfällige Dickenunterschiede, die nach dem Ausschleifen des originalen Leder noch verbleiben, zu egalisieren. Dabei wird die Fläche des Hammers immer wieder leicht befeuchtet. Die Bearbeitung des originalen Leder beschränkt sich auf eine Breite von ca. 2-3 mm.
Falten
oder Wellen bei Papierausbesserungen:
Wenn man den Kleister anstatt mit Wasser mit Methylcellulose verdünnt, verringert sich die Zugkraft des Kleisters. Die Wahrscheinlichkeit zur Faltenbildung bei dünnen Papieren verringert sich.
Falz
nachreiben
Besonders bei Pappbänden kann man nach dem Anpappen des Buches den Falz von außen her noch einmal nachreiben. Dadurch tritt dieser deutlicher zum Vorschein.
Festigung
von Leder
Wenn die Narbenschicht eines Leders Abreibungen aufweist, besteht die Möglichkeit, diese vor einer eventuellen Retusche zu glätten. Dies kann mit Hilfe von Zellulose- oder Stärkekleister erfolgen, den man leicht antrocknen lässt, um die bestrichene Stelle schließend mit dem Falzbein zu glätten. Für kleinflächige Abreibungen haben sich auch Hautleim, Pergamentleim oder eine Mischung Eiklar mit einem geringfügigen Zusatz von Honig oder Sorbit bewährt. Dieselbe Mischung lässt sich auch als Bindemittel für Lederkitt gut anwenden. Vorsicht ist bei bereits säuregeschädigten Ledern, deren pH-Wert unter 3,0 liegt, geboten, da diese bei Anwendung wässriger Methoden stark nachdunkeln können.
Gampi
Gampipapiere haben die kürzesten Fasern reagieren stark auf Feuchtigkeit, dehnen und Schrumpfen so stark, dass sie nur selten für Doublierungen verwendet werden. Ihre Transparenz, Glätte und Festigkeit macht sie in gewissen Fällen zur richtigen Wahl. (z.B. Transparentpapiere) Sie wurden erfolgreich als zweite Doublierung eingesetzt um als Gegenzug das Einrollen des Objekts zu verhindern.
Goldschnitt - unechtes Gold
"Statt Eiweiss bedient man sich des Blutwassers, welches man erlangt, wenn man Ochsenblut einige Tage stehen lässt und das Klare davon filtriert." (P. Adam, Praktische Arbeiten http://www.ocist.com/Buchbinden/bibliogr.htm : Seite 58)
Graphitschnitt
Bei dieser
Schnitttechnik ist das saubere Verschleifen sämtlicher Unebenheiten, Stufen
und Schneidspuren unumgehbar.
Der Graphitschnitt kann
mit verschiedenen Bindemitteln ausgeführt werden. Gut geeignet ist
Stärkekleister oder Gummi Arabicum oder Auroschnitt.
Man kann entweder das
Bindemittel und danach das Graphitpulver auftragen, oder vorher das
Bindemittel mit dem Pulver mischen.
Wird zuerst das
Bindemittel aufgetragen, muss es gleichmäßig auf dem Schnitt verteilt
werden. Danach streut man das Pulver gleichmäßig über den Schnitt und
verreibt es zügig. Sollte sich das Pulver an einer Stelle sammeln und einen
Klumpen bilden, muss man diesen sofort mit erhöhtem Druck verteilen oder
– wenn dies nicht möglich ist – mit etwas Wasser oder Bindemittel
feuchten und dann gut verreiben. Hat man während dem Verreiben das Gefühl,
dass man nur das Graphit verschmiert, ist es nötig, mehr Graphit
aufzutragen. Die wird solange wiederholt, bis sich der Schnitt trocken
anfühlt.
Danach wird der Schnitt gewachst
und wenn gewünscht mit dem Glättkolben geglättet. Beim Glätten mit dem
Glättkolben ist zu beachten, dass der Achat Graphitklumpen aufbricht. Die
so frei werdenden Pigmente zerkratzen den Schnitt und können ihn sogar
zerstören.
Hausenblasenleim
2g Hausenblasenleim werden in 30 ml demineralisiertem
Wasser einige Stunden, besser über Nacht quellen gelassen;
Auf einem Magnetrührer
(wenn vorhanden) erwärmt man den Leim
auf ca. 40 - 45°C und rührt bis er sich gelöst hat;
Die obige Lösung kann zum warm Verkleben verwendet
werden;
Wird obiger Lösung Gummi Traghant zugegeben kann er kalt verarbeitet werden: 1 g Gummi Traghant wird mit 2 ml Ethanol versetzt und gequollen diese Lösung wird im Verhältnis 1 : 10 mit dem warmem Hausenblasenleim vermischt und mit 6 Teilen Wasser verdünnt;
Heften
der 1. und 2. Lage
Da besonders die ersten zwei Lagen eines Buchblockes dazu tendieren, beim
Runden „zu schießen“, sollte man diese beiden Lagen besonders stramm heften.
Am besten geht dies folgendermaßen:
Die erste und zweite Lage normal heften, jedoch die beiden Fadenenden
noch nicht zusammenknoten.
Nun hebt man die zweite Lage ab und legt sie mit dem Falz
zum Falz
der ersten Lage. Der Heftfaden liegt also zwischen den beiden Lagen.
Mit einem Falzbein die Fäden von außen her
nachziehen.
Zuletzt die beiden Fadenenden zusammenknoten.
Der Knoten kommt zwischen den beiden Falzbrüchen zu liegen.
Jetzt kann die 2. Lage auf die erste zurückgeklappt werden. Der weitere Heftvorgang ist normal.
Heften
bei sehr dicken Lagen
Bei starken Lagen kann man den Fitzbund anstatt mit der letzen Lage zu
bilden, die VORletzte Lage verwenden. Die Spannung
auf dem Faden bleibt so besser erhalten.
Bei überstarken Lagen (z.B. Hefte) kann man den Fitzbund doppelt machen, d.h. anstatt den Faden nur um den Fitzbund der letzten oder vorletzten Lage herumzuschlingen, kann man ihn auch doppelt knoten. So kann der Faden nicht mehr zurückrutschen.
Hühnerei
Beim
Hühnerei wird das Eiklar, das Dottereiweiß und das Vollei
unterschieden.
Eiklar
war ein wichtiger Elementarstoff in der mittelalterlichen Buchmalerei. Vermalt
wird das zum Eischnee geschlagene Eiklar. Es hat eine extrem gute
Klebekraft. Um die Eiweißbestandteile vor Fäulnis zu schützen setzte man
früher Kampfer, Gewürznelken, Essig, Salmiak, Salyzylsäure
oder ähnliche Konservierungsmittel zu. Als Weichmacher gab man seit der Antike
Honig, Zucker, Gummen, ja sogar Ohrenschmalz zu.
Das Bindemittel des Eidotter ist das Dottereiweiß, das Dotteröl hält den Film geschmeidig. Eitempera ist eine der beständigsten und festesten Maltechniken. In der Buchmalerei und für die Vergoldung wurde das Eiklar bevorzugt. Das Eigelb als Bindemittel wird manchmal besonders zum Bemalen grober fleckiger Pergamente empfohlen. In Griechenland wurde Pergament mit Eiklar zum Hochglanz geglättet. (Schlechte Haftung der darauf aufgetragenen Pigmente).
Japanpapierstreifen reißen
Schlage einen Metallmaßstab in den Falz eines gefalzten Bogens
Japanpapier, je nach dicke des Maßstabes erhält man ganz dünne oder breitere
Streifen;
Beschwere die Kante eines Japanpapiers mit einem scharfen
Stück Glas und reiße den Bogen links vom Glas nach oben;
Beschwere die Kante eines Japanpapiers mit einem scharfen
Stück Glas oder Metallmaßstab und reiße den den
Streifen am Rande der Kante ab; hierbei kann der Zeigefinger eine ähnliche
Funktion erfüllen, wie der Hebel eines Büchsenöffners. Am Besten legt man
dazu den Maßstab oder die Glasscheibe so auf den Bogen, dass die gewünschte
Breite des Japanpapierstreifens über die Tischkante reicht.
ODER
Perforieren mit einem Pauserädchen, dann reißen.
Kapital stechen
Möchte man an ein Buch ein Kapital stechen und dabei den Schnitt nicht
durch gespaltene Papiere beschädigen kann man sich folgendermaßen behelfen;
Bevor man die Kapitale sticht, legt man in jede Lagenmitte (am oberen und
am unteren Ende) einen dünnen Streifen Papier ein. Beim Stechen sticht man
immer da durch die Lage, wo der Streifen liegt. So stellt man sicher, dass man
immer in der Lagenmitte den Kapitalfaden hat.
Der Streifen wird erst nach dem der Faden durchgestochen ist, herausgenommen.
ODER
Möchte man ein Kapital stechen und den Schnitt überhaupt nicht
durchstechen, kann man folgenden Trick anwenden:
In einen dünnen Shirting wird ein starker
Heftfaden oder eine Siegelschnur eingelegt. Der Shirting
wird dann um den Faden herumgelegt und mit einem Falzbein wird der Faden genau
eingerieben. (Das Ganze sieht aus wie ein „P“. Der Faden liegt in der
Öffnung des „P“);
Der so genannte
Kapitalträger wird auf den Buchblockrücken geklebt. Der eingeriebene Faden
liegt auf dem Schnitt.
Um diesen eingeklebten Faden wird das Kapital gestochen. Ist es nicht gut gestochen, kann man es problemlos wieder abziehen.
Kleister - Weizenstärke
"Kleister bereitet der Buchbinder selbst aus Weizenstärke mit kochendem Wasser. Von dieser wird in einem flachen Gefässe, am besten einer Waschschüssel aus Steinzeug oder emaillirtem Metall, je nach Bedarf eine für etwa acht Tage erforderliche Menge mit so viel Wasser besprengt, dass nach dem Durchweichen und Verrühren ein Brei in der Stärke von Bienenhonig sich ergibt. Dazu wird erst langsam unter beständigem Umrühren, dann schneller siedendes Wasser gegossen. Es ist nicht gut, das Wasser zu rasch zuzusetzen, da sonst der Kleister leicht knotig wird, weil er nicht rasch genug verrührt werden kann und der Kleber sich ungleichmässig entwickelt. Bei zu langsamem Zugiessen wird die Stärke nicht rasch genug erwärmt und dickt nicht genügend oder nicht rasch genug, und der Kleister wird zu dünn. Guter Kleister soll nach dem Erkalten nicht wie Pudding steif sein, sondern sich leicht mit dem Pinsel aufstreichen lassen". (P. Adam, Praktische Arbeiten http://www.ocist.com/Buchbinden/bibliogr.htm : Seite 58)
Kozo
(Japanpapier)
Bei schwer beschädigten Falzen ist es zu erwägen, einen lagenschonenden Heftverband herzustellen; so zum Beispiel um zu verhindern, dass Leim direkt auf den Buchblock aufgetragen wird. Es wird eine Gewebe zwischen den Lagen und den Heftbändern oder Bünden mitgeheftet. Dieses Gewebe hält den Klebstoff später dann von den Fälzen völlig fern; außerdem lässt sich der Buchblock später wieder leichter demontieren.
Lederfalz
schonen
Wenn man ein Buchblock mit Lederfalz leimt, sollte man darauf achten, dass auf dem Lederfalz kein Leim oder Hinterklebung klebt. Diese würden sich als Unebenheiten innen im Falz zeigen.
Leder
färben I
10 g Farbe auf 1 lt. Wasser
Farbe mit etwas lauwarmem Wasser anrühren.
1 lt. kochendes Wasser in die angerührte Farbe gießen, dann noch einmal kurz aufkochen.
Vor dem Einfärben heiße Farbe auf 35 ° C abkühlen oder kalte Farbe im Wasserbad auf 35 ° C erwärmen.
Farbfixierung
30 g Bastamol
auf 1 lt. Wasser;
Man nimmt ca. 60 ° C heißes Wasser und rührt das Bastamolpulver hinein. (Bastamol bindet die Farbe ans Leder und verhindert das Abwandern derselben.)
Farbfixierung - anderes Rezept
10 ml Ameisensäure
85 % auf 1 lt. Wasser;
Man schüttet die Ameisensäure ins Wasser, nie umgekehrt (Ameisensäure fixiert und egalisiert die Farbreste).
Färbevorgang
Für Schweinsleder
wird ein Netzmittel zum Einweichen zugegeben:1 ml Supralan
N J 100 auf 1 lt. warmes Wasser (gut vermischen);
Nach dem Einweichen
müssen die Felle 2 - 3 mal in kaltem Wasser
ausgespült werden.
Fell aus dem Wasser
nehmen und etwas ausdrücken, mit Fleischseite nach unten auf den Färbtisch
legen.
Farbe mit der Bürste
unter kräftigem Einreiben ca. in zwei Arbeitsgängen aufbringen.
Mit der Massette
das Fell gut ausstreichen. (Überschüssige Farbe geht weg)
Das Ganze wiederholen,
diesmal mit dem Bastamol.
Als letzter Schritt
Ameisensäure aufbringen.(Verfahren wie oben)
Fell drehen und die
Fleischseite mit der Massette ausstreichen.
Fell an
Wäscheklammern zum Trocknen aufhängen,1-2 Tage.
Leder am Recken (5 mm
dickes vernickeltes Stahlblech) ausziehen, damit es wieder flexibler wird.
Mit Lederkonservierungsmittel einreiben, einige Tage einziehen lassen. Schweinsleder wird nicht eingefettet, erst am eingebundenen Buch.
Lederfärben Mein vereinfachter Vorgang (Meinrad Tomann)
1 Beutel alkohollösliche Holzbeize (=Anilinfarbe) in 1/2 Liter Spiritus lösen und mit Schwamm(Handschuhe), oder Wattebausch (bei kleinen Nutzen nehme ich den Wattebausch mit einer chirurgischen Klemmschere), tupfen oder schnelle Kreisbewegung. Gleichmäßige Einfärbung mit dem Airbrush. Dabei lassen sich natürlich auch jede Art von Muster anlegen.
So färbe ich kleine Nutzen für das jeweilige Buch, oder auf der bereits überzogenen Decke.
Lederfärben II
Das Färben muss fachgerecht erfolgen, da sonst eine zu große Farbstoffansammlung im Narben die Haltbarkeit des Leders deutlich vermindern kann. Es ist leichter, nach dem Schärfen zu färben, da das Leder durch das Färben fester wird, hat aber einen Nachteil: die sehr dünn ausgeschärften Randbereiche nehmen die Farbe stärker an und werden somit dunkler.
Farbstoffe
Die löslichen Farbstoffe wurden früher aus Pflanzenteilen gewonnen, heute sind es vorwiegend Anilinfarbstoffe. Diese Farbstoffe sind so aufgebaut, dass eine Bindung an das Leder wie beim Gerbstoff erfolgt.
- Saure Farbstoffe
Saure Farbstoffe dissoziieren in Wasserstoffione und Farbstoffione und werden hauptsächlich für Chromleder verwendet.
- Basische, substantive Farbstoffe
Für vegetabil oder vegetabil - synthetisch gegerbte Leder werden basische, substantive Farbstoffe verwendet, die in Farbstoffkationen dissoziieren. Diese
Farbstoffe sollen eine größere Brillanz haben, verteilen sich aber ungleichmäßiger und lassen Lederfehler stärker sichtbar werden.
- Metallkomplexfarben
Seit 1960 gibt es die Metallkomplexfarbstoffe, die eine große Wasser- und Lichtechtheit aufweisen und sehr reibfest sind. Zu vegetabil gegerbtem Leder haben sie eine gute Affinität, für Chromleder sind sie noch besser geeignet.
Färbevorgang
Basische Anilinfarben; gibt es meist pulverförmig, teilweise auch flüssig im Handel.
- das Farbpulver 10 - 15 g/l muss erst ein wenig mit kaltem Wasser angeteigt und dann in heißes Wasser gegeben und kurz aufgekocht werden. Jede Farbe muss separat hergestellt werden. Nur die Farben, die direkt verwendet werden sollen, können miteinander gemischt werden.
- das Färben erfolgt am besten in einer Wanne. Die ursprüngliche Art der Färbung ist die "Bürstung", wobei auf das vorgewässerte, ausgerakelte Leder (mit einer Massette, eine Art Spatel, wird von der Mitte aus zum Rand das Wasser ausgedrückt) Farbbrühe gegossen und mit einer Bürste gleichmäßig und schnell verteilt wird.
- die Farbbrühe wirkt viel intensiver, wenn sie auf 60 ° C erwärmt wird. Dann folgt wieder das Ausrakeln und weitere Bürstungen, wobei verschiedene Farbtöne nacheinander aufgetragen werden, um einen bestimmten Farbton zu erreichen.
- je nach Lederqualität und Oberflächenbehandlung, nimmt das Leder die Farbe schnell und gleichmäßig an. Wenn sich das Leder schlecht färben lässt, erhält man keine sehr dunklen Farbtöne. Hier kann ein Vorwässern des Leders mit einem Netzmittelzusatz (z.B. Symporonic NX) etwas helfen.
- die Färbung muss mit einer 1%igen Ameisensäurelösung zur Farbfixierung abgeschlossen worden. Ein erneutes Nachfärben ist dann nicht mehr zufriedenstellend möglich.
- das Leder trocknet deutlich heller auf als es das nasse Leder vermuten lässt.
- eine abschließende Fettung kann eine leichte Dunklung erbringen, gerade, wenn das Leder bei der Verarbeitung mit dem Falzbein niedergedrückt wird.
- ist zu viel Farbstoff aufgetragen worden, so erscheint ein grünlich - metallischer Schimmer. In diesem Fall kann man nur noch versuchen, mit 50%igem Alkohol nachzubehandeln, um den Farbstoff abzuwischen.
Metallkomplexfarbstoffe
Metallkomplexfarbstoffe (z.B. "Irgaderm" von Ciba - Geigy) sind flüssige, sehr stark konzentrierte Farbstoffe, die sehr gut untereinander mischbar und gemischt lange haltbar sind
- man stellt sich eine 5 - 20%ige Farbstoff brühe aus Wasser und Methoxyisopropanol (auch Isopropanol ist möglich) her. Der Anteil des Alkohols beträgt mindestens 20% und kann bis zu 50% gesteigert werden, je nachdem, wie gut die Farbe in das Leder eindringt, denn sie soll tief in das Leder eindringen und nicht allein im Narben sitzen.
- bei dieser Färbung ist keine Endbehandlung nötig. Deshalb lässt sich später noch gut nachfärben. Wenn das Leder mit dem warmen Fön getrocknet wird, bleibt das Leder dunkler. Man kann eine abschließende Farbfixierung mit Dermafix vornehmen. Es dürfen max. 2% des Ledergewichtes Dermafix aufgebracht werden.
- das Leder hellt beim Trocknen nicht sehr auf.
- soll bei dunklen Farben eine stärkeres Durchdringen der Farben erreicht werden, kann man erst mit Hydrosol - Farbstoffen, bekannt aus der Textilfärberei, auf Schwefelbasis vorfärben. Anschließend dann wie üblich mit Metallkomplexfarben färben und fixieren.
- ist zu viel Farbstoff aufgetragen worden, so erscheint ein grünlich - metallischer Schimmer. In diesem Fall kann man nur noch versuchen, mit 50-96%igem Alkohol nachzubehandeln, um den Farbstoff abzuwischen.
Leder schärfen
aus: Paul Adam, Praktische Arbeiten (siehe http://www.ocist.com/Buchbinden/bibliogr.htm)
Seite 69.
aus: Paul Adam, Praktische Arbeiten (siehe
http://www.ocist.com/Buchbinden/bibliogr.htm)
Seite 70.
Marmorieren
von Leder:
Das ganze Leder zuerst
mit Eisen - oder Schusterschwarz einschwärzen;
Nun wird
Pottaschelösung (K2CO3) aufgetropft. An diesen Stellen wo die
Pottaschelösung das Leder berührt, wird letzteres aufgehellt.
Man kann auch
Scheidewasser (verdünnte Salpetersäure) oder Zitronensaft gleichzeitig mit
Eisenschwärze auftropfen und dadurch Marmorierungen herstellen.
Diese Färbungen werden
nach dem Einledern aufgebracht.
Man sprenkelt mit Pinseln, tupft oder marmoriert mit einer Hasenpfote.
Mitsumata
Mitsumatapapiere haben kürzere und schwächere Fasern als Kozopapiere. Ihre Fasern ergeben dichtere Papiere die weniger absorbieren sich jedoch stärker dehnen und zusammenziehen. Sie werden eher selten für Doublierungen verwendet. Gewisse Mischungen mit Kozofasern können jedoch nützlich sein.
Nachschärfen:
Bevor man einen Lederfalz oder ein Papier auf ein schon aufgeklebtes Leder klebt, kann man dieses von der Hautseite her nachschärfen. Besonders bei Lederfälzen eignet sich hierfür ein Wiener Schärfmesser, das man auch mit der abgeschrägten Seite nach unten führen kann. Auf diese Weise kann man bis in die Ecken hinein das Leder nachschärfen.
Öffnungsverhalten verbessern
Beim Anpappen wird im Falz ein etwa 4mm breiter Streifen vom Klebstoff ausgespart. Durch das Einlegen eines Papierstreifens ist dies problemlos möglich. Diese klebstofffreie Zone nimmt die Spannung aus dem Vorsatz, wenn das Buch geöffnet wird, da sich der Buchblock aus der Decke etwas herausbewegen kann. (Das Prinzip entspricht dem Sprungrücken). So lässt sich das Buch besser öffnen.
Patinieren
von Schließen und Beschlägen 1:
- Eisenchlorid (Fe-III-chlorid) mit Pinsel auftragen
Patinieren
von Schließen und Beschlägen 2:
- Schwefelleber in Wasser lösen und aufpinseln
Patinieren
von Schließen und Beschlägen 3:
- Gemisch von folgenden Substanzen mit Pinsel auftragen:
15 g Kupfernitrat
0,05g Sibernitrat
5 ml destilliertes Wasser
Pergament
transparent machen:
- Lege das Pergament einige Zeit in eine schwache Lösung von Kaliumcarbonat ein und presse es dann ein;
Pergamentleim
1:
- 100 g kleingeschnittene Pergamentabfälle auf 500 ml Wasser
- Über Nacht zum Aufquellen stehen lassen
- Im Wasserbad auf kleiner Flamme kochen bis die Pergamentabschnitte aufgelöst oder nur noch als faserige Reste vorhanden sind.
- Das beim Kochvorgang verdunstende Wasser wird immer wieder ersetzt.
- Die gekochte Pergamentlösung wird durch ein feines Sieb gegossen und mit 150 ml Essig verrührt.
- Zum Schluss der Mischung 150 ml Methanol zusetzen. (Dadurch bleibt die Leimlösung klar und flockt nicht aus.)
Pergamentleim
2:
- Pergamentabfälle werden in kleinste Stücke geschnitten.
- Die Masse der Schnitzel mit der 3 - 4 fachen Quantität kalten Wassers begießen.
- Über Nacht quellen lassen.
- 24 Stunden kochen (Wasserbad) die Leimlösung soll nicht heißer als 70 ° C werden sonst verliert sie an Klebekraft, ideale Temperatur wäre um 50 ° C, das verdunstende Wasser immer wieder auf die ursprüngliche Quantität auffüllen.
- Durch ein Tuch abseien.
- 7 %tigen Weinessig zugießen, 1/3 der Quantität der Leimlösung.
- Alkohol zugießen, ebenfalls 1/3 der Quantität der Leimlösung, durchschütteln.
- Die Reihenfolge des Zusammenschüttens ist zu beachten, wenn der warmen Leimlösung zuerst der Alkohol zugegeben wird, kann die Leimlösung koagulieren (ausflocken).
Mit dem Essigzusatz ist der Pergamentleim als Kaltleim zu verwenden, er gelatiniert nicht, auf die zu behandelnden Pergamente wird er entweder mit dem Sprühroht oder mit dem Luftpinsel (Airbrush) aufgetragen.
Reinigen von schmutzigen Rissen
Verwende eine harte ebene
Arbeitsfläche;
Lege ein Stück Mylarfolie zwischen den Riss,
sodass eine Seite des Risses unter dem Mylar und die
andere Seite über dem Mylar liegt;
Entferne den Schmutz mit dem Pinsel oder einem
Skalpell;
Entferne den verbleibenden Schmutz mit einem Radiergummi oder einer
Radiermaschine (das Papier darf dazu nicht zu weich sein);
Reinige auf diese weise den Riss hinten und vorne auf dem Blatt;
Sattel
vermeiden
Stellt man einen
Franzband her, der sich noch öffnen lassen soll, kann man den Rücken nicht
zu stark hinterkleben. Deswegen tragen die gestochenen Kapitale oftmals zu
stark auf und bilden leichte Erhöhungen auf dem Rücken.
Die Hülse klebt man nur
zwischen die Kapitale.
Auf die Hülse klebt man
mehrere Einlagen. Die unterste Einlage kann evntl.
auch noch zwischen den Kapitalen zu liegen kommen.
Zuletzt verschleift man
die Einlagen, bis man einen geraden Rücken erhält.
Ein vorhandener Sattel kann man durch das Anbringen von falschen Bünden optisch mindern.
Schleifen
des Schärfmessers
http://www.gungfu.de/razor/
http://www.eggert-baumschulen.de/messer.htm (Nützliche Tipps, obwohl es sich um Kopuliermesser für Gärtner handelt
Bei Klingen aus sehr
hartem Metall hat sich ein feiner Diamantschleifer als sehr nützlich
erwiesen.
Sonst eignen sich Wasser(Arkansas-)
oder Ölsteine (Belgicher Brocken).
Bei einem bereits
geschliffenen Messern
genügt es, die Klinge über einem Chrompoliturleder abzuziehen.
Zu Beginn des Abziehvorganges zieht man die Klinge im flachen Winkel und mit recht hohem Druck über das Leder; am Ende des Vorganges zieht man das Messer etwa im 75° Winkel über das Leder, jedoch ohne viel Druck auszuüben.
Schwarzfärbung
von Leder -
Eisenspäne mit Essig
oder Wein aufkochen und stehen lassen
Beim Kontakt der Eisenschwärze mit vegetabilischen Gerbsäuren tritt eine Schwärzung ein.
Schwarzfärbung von Leder - Schusterschwarz:
Eisenvitriol (Eisen - II
- sulfat FeSO4 7 H2O) wird in Wasser,
Essig oder Wein gelöst
Beim Kontakt mit
vegetabilischer Gerbsäure wird das Leder schwarz.
Vergoldeeiweiß
"Das Vergoldeeiweiß wird in gleicher Weise wie das Schnitteiweiß zubereitet aber nach anderer Rezeptur: 1 Teil Eiweiß, 1 Teil Wasser und ein Kaffeelöffel Essig. Zum Schutz gegen Fäulnis kann dem Eiweiß auch Salz, Kampfer oder Borax zugefügt werden, gegen zu schnelles Trocknen 3 bis 4 Tropfen Glyzerin." (Th. Henningsen, Handbuch, 171 http://www.ocist.com/Buchbinden/bibliogr.htm)
Vorrunden
Um
das „Schießen“ einzelner Lagen zu verhindern, rundet man, bevor man den
Vorderschnitt durchführt, den Buchblock vor (nicht zu stark runden!). Die
zu locker gehefteten Lagen lösen sich etwas nach vorne heraus.
Anschließend wird der
Buchblock wieder gerade gestoßen.
Nun führt man den
Vorderschnitt durch.
Waschen von Papier
Testen der Druckfarbe
Sind
auf dem Papier verschiedene Farben vorhanden, sind alle Farben einzeln zu testen!
Soll das Papier vorher mit Alkohol benetzt werden, sind die Farben auf die
Löslichkeit von Wasser und dem verwendeten Alkohol einzeln zu testen.
Mit einer Pipette einen Tropfen Wasser auf die zu testende Stelle geben;
sofort ein Stück Löschkarton auf die befeuchtete Stelle pressen und ihn danach
wenden um eine eventl. Farbaufnahme zu erkennen.
Diesen Arbeitsschritt 3 – 4 mal
hintereinander durchführen; immer die gleiche Stelle des Löschkartons zum
abtrocknen verwenden;
Nach dem letzten Tropfen den Löschkarton einige Sekunden auf die befeuchteten Stelle pressen. Ist danach auf dem Löschkarton kein Farbabklatsch zu erkennen, ist die Farbe höchstwahrscheinlich wasserfest. Allerdings sollte man beim Waschen von Papier das Objekt immer im Auge behalten; besonders empfindlich sind gelbe und rote Farben.
Benetzen
Vor
jedem Waschen muss das Papier benetzt werden.
Die Benetzungseigenschaften von Ethanol, Isopropanol
und Methanol sind fast identisch (Methanol 3% weniger gut).Aus ökonomischen und
toxikologischen Gründen wird Isopropanol
vorgeschlagen.
Die beste Extraktion
findet bei 45 % Isopropanol statt, bei 30 % Isopropanol
und bei 40° C ist die Extraktion
allerdings bereits genügend.
Reiner Alkohol ergibt
eine schlechte Extraktion.
Die Alkoholkonzentration hat praktisch keinen Einfluss auf Extraktionsgeschwindigkeit und demzufolge auf die Waschdauer.
Temperatur
Die Waschtemperatur
sollte höher als 30° C sein, Hey empfiehlt 40°C.
Eine
Temperaturerhöhung von 20° nach 40° C kann die Gesammtextraktion
um 10 - 20% erhöhen.
Die Waschtemperatur hat praktisch keinen Einfluss auf die Extraktionsgeschwindigkeit und demzufolge auf die Waschdauer.
Wasserwechsel
Das Wasser der Bäder so schnell wie möglich wechseln. Dadurch gelangen die Extrakte schneller aus dem Papier. Je schneller die Extrakte aus dem Papier gelangen, desto schneller ist der Extraktionsprozess, sprich das Waschen beendet.
Wenden einer großen Karte oder Grafik
Lege ein dickes Kartonrohr unter das Objekt so, dass es seitlich am Objekt noch vorsteht und etwa in der Mitte des Objekts liegt;
Hebe das Rohr mit dem Objekt in die Höhe und wende es um die andere Seite des Objekts oben zu haben;
In gehobenem Zustand lässt sich ein solches Objekt auch gut im Atelier umhertragen;